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Die Nationalpark Region besteht aus den 18 Gemeinden:
St. Ulrich, Aschach an der Steyr, Waldneukirchen, Ternberg, Losenstein, Laussa, Maria Neustift, Gaflenz, Reichraming, Großraming, Weyer im Bezirk Steyr-Land und Rosenau am Hengstpass, Windischgarsten, Rossleithen, St. Pankraz, Molln, Grünburg, Steinbach an der Steyr im Bezirk Kirchdorf. 
Der Streuobstanbau hat in der Nationalpark Kalkalpen Region eine lange Tradition. Die Obstbaumbestände sind lebende Zeugnisse traditioneller ländlicher Lebensformen. Oft findet man noch Gehöfte die von einem Gürtel hochstämmiger Obstbäume umgeben sind. Sie prägen seit Jahrhunderten entscheidend das Landschaftsbild und haben damit eine wichtige gestalterische Funktionen in der Landschaft übernommen. Die hochstämmigen Obstbäume boten, neben einer reichhaltigen Obsternte, Schatten und Schutz vor Wind, speicherten Wasser und regulierten so das Kleinklima. Menschen und Tiere schätzten und schätzen diesen Lebensraum der Streuobstwiesen.
Der nördliche Teil der Nationalpark Region liegt in der Flyschzone, die durch tiefgründige Böden und ein mildes Klima geprägt ist. Sie gehört nicht nur zu jener Gegend mit dem weltweit dichtesten Mostbirnenbaumbestand sondern zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Sortencharakter des Obstes nirgendwo besser zum Ausdruck kommt als hier.
Biobauer und Obstsaftproduzent Sepp Mörwald aus Garsten bringt es auf den Punkt indem er sagt: „Bei uns hat das Obst d`Häuser baut“. Altbauern bestätigen diese Ansicht, weil sie als junge Buben miterlebt haben, wie tausende Eimer Most, vor allem in die Städte, verkauft wurden. Die voll mit Mostfässern beladenen Fuhrwerke, von schweren Noriker Pferden oder Ochsen gezogen, gehörten noch bis in die Dreißigerjahre zum Straßenbild der Eisenwurzen. Hier wurde jahrhundertelang steirisches Eisen, das vom nahen Erzberg kam, zu vielerlei Gerät wie Sensen, Sicheln, Hacken, Pfannen, Nägeln, Messer, Klingen und in der Eisenstadt Steyr auch zu Waffen verarbeitet. Die Schmiede und Fabrikarbeiter an den heißen Öfen und Essen mussten mit Most versorgt werden. „In den Orten und Städten gab es früher drei- bis viermal so viele Wirtshäuser, in den kaum Bier, aber umso mehr Most verkauft wurde“, weiß Franz Höllhuber, Most- und Saftproduzent aus Steinbach an der Steyr zu berichten. Der Rest wurde auf dem Bauernhof von den Knechten, Mägden und Bauersleuten getrunken. Nach dem zweiten Weltkrieg, als das Jugendwerk d. OÖ Landwirtschaftskammer das Haltbarmachen von süßen Säften erlernte und  dieses Wissen weiter gab, produzierte man erstmals Obstsäfte in der Nationalpark Region. Zunächst nur Süßmost, später Birnen- und heute auch die famosen Mischsäfte.
 
Streuobstwiesen sind vielfältige Lebensräume. Sie bieten mit ihren bis zu 300-jährigen Bäumen der hoch spezialisierten Lebensgemeinschaft der Höhlenbauer und -bohrer, ihren Untermietern und Nutznießern, Räubern und Räubersräubern beste Voraussetzungen. Zu Ihnen zählen ua. Grün- und Buntspecht, Wendehals, Steinkauz , Baumläufer, Fledermäuse, Siebenschläfer, Baummarder, Hornissen, unzählige Käferarten und andere Insekten, sowie Flechten und Moose.
 
Die Streuobstbestände zieren  die Kulturlandschaft rund um den Nationalpark Kalkalpen. Von Mitte April bis in den Mai erfreuen sich Gäste, Wanderer und Fotografen am Schauspiel der Baumblüte. Im September und Oktober laben sich Mund und Nase am vielfältigen Duft und Geschmack der Obstsorten, bevor die ersten kälteren Nächte die Birnbäume in leuchtendes Gold tauchen. Diese Idylle wurde jedoch immer seltener. Um den einzigartigen Charakter der Nationalpark Kalkalpen Region zu bewahren wurden von umsichtigen Bauern in den letzten  Jahren wieder Streuobstbäume nachgesetzt. Dabei handelt es sich um ein nachhaltiges Engagement, weiß Biobauer und Waldpädagoge Anton Frantal aus Waldneukirchen zu berichten. „Beim Anpflanzen von hochstämmigen Birnen- und Apfelbäumen denkt man in Generationen. Es dauert nämlich 30 bis 70 Jahre bis diese Bäume einen namhaften Ertrag liefern. Erst ab diesem Alter erfreuen sie uns mit ihren Früchten bis sie mit 300 Jahren oder älter mit dem Tragen aufhören. Eine Bauerngeneration muss also für die nächste Generation pflanzen und die Bestände pflegen,“ weiß der engagierte Landwirt.
Im Nationalpark Kalkalpen wurde 2007 ein gesondertes Projekt zur Erhaltung von 250 identifizierten alten Obstbäumen  gestartet. Nationalpark Direktor Dr. Erich Mayrhofer und Projektkoordinator Mag. Franz Sieghartsleitner liegt aber nicht nur die Pflege der Obstbaumbestände am Herzen. Sie schätzen die hohe Qualität der Obstsäfte, die sich durch den erlesenen Geschmack und das Fehlen jeglicher Zusätze auszeichnet. „Diese höchste Qualität wollen wir nicht verstecken sondern den Freunden und Gästen unserer Nationalpark Region anbieten. In einer Region, die ein österreichisches Naturjuwel schützt, und der die Bewahrung einer Kulturlandschaft von europäischem Format am Herzen liegt, soll schließlich auch der Gaumen mit Echtem und Erlesenem erfreut werden. Das Projekt trägt obendrein zur regionalen Nahversorgung, Wertschöpfung und CO² Reduktion bei“, erläutert Franz Sieghartsleitner.

26.08.2008,