Weinviertler Wild - Produkt

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Wildfleisch, oder Wildbret, wie es in der Fachsprache bezeichnet wird, ist ein hochwertiges Nahrungsmittel, das sich besonders durch leicht verdauliches Eiweiß, einen geringen Fettanteil, einen niedrigen Cholesteringehalt und eine feinfaserige Muskelstruktur auszeichnet.
 
Der Abschuss von Wild in freier Wildbahn kann als „Urproduktion“ schlechthin bezeichnet werden. Die Tiere sind geprägt durch ihre natürliche Lebensweise, sie erfahren keine Arzneimittelbehandlung und müssen keine Transporte über sich ergehen lassen. Außerdem werden die Wildbestände nachhaltig bewirtschaftet, denn es wird nur das geschossen, was auch wieder "nachwächst“.

 

Die Weinviertler Jagdtradition

Die Geschichte der Weinviertler Jagd reicht bis in die Zeiten von Kaiser Maximilian I. von Habsburg (1459–1519) zurück. In einer Anordnung an, die niederösterreichischen Forstämter nahm er bereits damals eine Unterteilung von Wildtieren vor, die bis in die Zeit von Joseph I. (1741–1790) in der niederösterreichischen Jagdordnung verankert war: Rot- und Schwarzwild sowie Gams, Hasen, Rebhühner, Enten und Reiher zählte er zur „hohen Jagd“. Nur der Bär blieb – im Gegensatz zu anderen Gebieten – der „niederen Jagd“ zugehörig.

In Niederösterreich nahm lange Zeit der Landesfürst eine bestimmende Rolle ein. Er besaß große Gebiete und über weiten Teilen des Landes lag der Wildbann. Im Jahr 1901 erhielt Niederösterreich schließlich sein landesweit gültiges Jagdgesetz. Die Berufsjäger waren in Niederösterreich nicht immer eine gesetzlich anerkannte Berufsgruppe. Mit der Gründung der Niederösterreichischen Berufsjägervereinigung im Jahr 1995 wurde der Beruf „Jäger“ endgültig als einheitliche Berufsgruppe landesweit anerkannt und in das Jagdgesetz integriert.

In der zweiten Hälfte des 20. Jh. ging der Bestand an Niederwild in Niederösterreich stark zurück. Fehlende Biotope, starke Verluste durch Beutegreifer und auch der zunehmende Autoverkehr hatten die Zahl der Hasen, Fasane, Rebhühner und Wachteln dramatisch reduziert. Das gab den Weinviertler Jägern zu denken; folglich wurden Hegegemeinschaften sowie verschiedenste Konzepte, um die Lebensräume der Tiere zu verbessern, erarbeitet. Und sie hatten Erfolg. Heute steht Niederösterreich bei den Besatz- und Abschusszahlen von Niederwild in Österreich an der Spitze.

 

Das nachhaltige Jagdrevier

Wildtiere fühlen sich in der Region rund um Mistelbach besonders wohl. Das zeigt die bunte Vielfalt an Tieren, die hier ihre Heimat gefunden haben. Rehwild, Schwarzwild, Rotwild und Hasen sind hier ebenso zu Hause wie Fasane, Rebhühner und andere Bodenvögel. Die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und die reiche Abwechslung an Kräutern, Gräsern und Getreide bieten ideale Lebensbedingungen. Und das schmeckt man auch im Weinviertler Wildbret. Nur unmittelbar nach der Getreideernte – wenn Hasen schlagartig einen Großteil ihrer Äsungsflächen verlieren – und in den kalten Wintermonaten mit lang anhaltender Schneedecke füttern Jäger mit Zuckerrüben, Karotten und Heu zu. Nachhaltigkeit ist ein Grundgedanke, den Weinviertler Jäger stets mit sich tragen. Grundsätzlich schießen sie nur so viel Wild, wie natürlicherweise auch nachwachsen kann. Ebenso halten sie sich penibel an Schuss- und Schonzeiten, die im Jagdgesetz genau geregelt sind.

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Haben sie ein Tier geschossen, dann brechen sie es so rasch wie möglich auf, weiden es aus und lassen es anschließend einige Tage in einer gekühlten Wildbretkammer reifen. Erst dann wird es zerlegt. Bevor die Spezialität zum Verkauf angeboten wird, überprüft eine amtliche Fleischbeschau diese auf Qualität und Genusstauglichkeit. Denn nur bestes Weinviertler Wildbret kommt in den Handel.

Frisches Weinviertler Wildbret gibt es nur während der Schusszeiten. Verschiedenste Delikatessen, wie etwa Wildsalami, Cacciatore (ein Dauerwursterzeugnis mit Walnüsse), Wildleberpastete, Wildrohwürste, Wildbratwürste und Wildschweinschinken, können aber das ganze Jahr über gekauft werden. Einzelne Jagdgesellschaften und regionale Fleischhauer bieten fertiges Wildgulasch und Rollbraten vom Hasen an. Und wer eine ganz besondere Fülle an frischem Reh- und Schwarzwildfleisch genießen möchte, der kann während der jährlich stattfindenden Wildbretwochen oder der Maibockspecials in lokalen Gasthäusern nach Lust und Laune richtig schlemmen.