Schlägler Bioroggen - Region

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Ähren des Schlägler Bioroggen
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Die GenussRegion Schlägler Bioroggen umfasst das gesamte oberösterreichische Mühlviertel, das im Westen an Bayern, im Norden an Tschechien und im Osten an Niederösterreich grenzt. Naturräumlich gehört es zum Granit- und Gneishochland der Böhmischen Masse und ist eine Mittelgebirgsregion.

Die Erhaltungszüchtung für den Schlägler Bioroggen erfolgt in Schlägl. Seit 2011 liegt die Erhaltungszüchtung wieder bei der dort angesiedelten Fachschule für Biologischen Landbau (Bioschule) in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Biolandbau (FiBl).

 

Folgende Gemeinden gehören zur GenussRegion Schlägler Bioroggen:

Bezirk Rohrbach: Afiesl, Ahorn, Aigen, Altenfelden, Arnreit, Atzesberg, Auberg, Berg, Haslach, Helfenberg, Hofkirchen, Hörbich, Julbach, Kirchberg, Klaffer, Kleinzell, Kollerschlag, Lembach, Lichtenau, Nebelberg, Neufelden, Neustift, Niederwaldkirchen, Niederkappel, Oberkappel, Oepping, Rohrbach, Peilstein, Pfarrkirchen, Putzleinsdorf, Sarleinsbach, Schlägl, Schönegg, Schwarzenberg, St. Johann, St. Martin, St. Stefan, St. Oswald, St. Peter, St. Ulrich, St. Veit, Ulrichsberg

Bezirk Urfahr-Umgebung: Alberndorf, Bad Leonfelden, Eidenberg, Goldwörth, Gramastetten, Haibach, Herzogsdorf, Lichtenberg, Oberneukirchen, Ottenschlag, Ottensheim, Puchenau, Reichenau, Reichenthal, Schenkenfelden, Sonnberg, St. Gotthard, Vorderweißenbach,Zwettl

Bezirk Freistadt: Bad Zell, Freistadt, Grünbach, Gutau, Hagenberg, Hirschbach, Kaltenberg, Kefermarkt, Königswiesen, Lasberg, Leopoldschlag, Liebenau, Neumarkt, Pierbach, Pregarten, Rainbach, Sandl, Schönau, St. Leonhard, St. Oswald, Tragwein, Unterweißenbach, Unterweitersdorf, Waldburg, Wartberg, Weitersfelden, Windhaag

Bezirk Perg: Allerheiligen, Arbing, Bad Kreuzen, Baumgartenberg, Dimbach, Grein, Klam, Mauthausen, Mitterkirchen, Münzbach, Naarn, Pabneukirchen, Perg, Rechberg, Ried/Riedmark, Saxen, Schwertberg, St. Georgen/Walde, St. Nikola, St. Thomas, Waldhausen, Windhaag   

 

Geographische Darstellung der definierten GenussRegion

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gegraphische Darstellung der GenussRegion Schlägler Bioroggen - Gebiet in Österreich
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geographische Darstellung der GenussRegion Schlägler Bioroggen
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Darstellung der klimatischen Bedingungen

Das Mühlviertel liegt in einem Übergangsbereich zwischen einem subatlantischen Klima im Nordwesten und einem bereits kontinental beeinflussten Bereich im Südosten. Dieser Gradient erfährt allerdings durch geomorphologische Rahmenbedingungen kleinräumig starke Abwandlungen. So sind die Tal- und Kessellagen im Durchschnitt kontinentaler getönt, die Höhenrücken und Hochflächen ozeanischer. Je nach Seehöhe ist das Klima sehr mild (südliche Randlagen, Donautal) bis rau (Böhmerwald). Die Niederschlagsmaxima liegen im Juni und Juli. Der Hauptteil der Donau-Böhmerwald Region wird von Lagen zwischen 600 und 900m eingenommen in denen die mittlere Jahrestemperatur auf 5-9°C sinkt und die Niederschläge auf rund 1000 mm ansteigen. Die Frosttage betragen zwischen 100 (an der Donau) und 120 (Rohrbach). Die Gewitterhäufigkeit ist im Gebiet relativ gering. So weisen die Daten für 2003 in Kollerschlag 17 Gewittertage zwischen April und August aus, wobei eine Häufung der Gewittertätigkeit im Juni festzustellen ist. Die beiden sonnigsten Monate sind August und September mit lediglich 30% Bewölkung. Die Zahl der Tropentage variiert zwischen 7,2 im südlichen Bereich und 2,9 in Rohrbach beträchtlich. Die vorherrschende Windrichtung ist Westen die durchschnittliche Windgeschwindigkeit beträgt 2m/s. Der kalte von Norden kommende „Böhmische Wind“ ist auf die Monate Jänner bis April beschränkt.

(Quelle: Natur und Landschaft – Leitbild Zentralmühlviertler Hochland und Südliche Böhmerwaldausläufer, Band 42 und Band 35, Amt der Oö.Landesregierung, Naturschutzabteilung)

Der als robust und anspruchslos bekannte Schlägler Bioroggen eignet sich in besonderem Maße für diese klimatischen Voraussetzungen.

 

Darstellung der Boden- und Vegetationsverhältnisse

In Bezug auf die Boden- und Vegetationsverhältnisse sind im Mühlviertel vier unterschiedliche Zonen zu unterscheiden: der Böhmerwald, die Donauschluchten mit den Nebentälern, die südlichen Böhmerwaldausläufer und das Zentralmühlviertler Hochland. Für Saatgutzucht und Vermehrung relevant ist das Gebiet der südlichen Böhmerwaldausläufer und das Zentralmühlviertler Hochland.

Bodenverhältnisse

Der geologische Untergrund wird von Graniten und Gneisen gebildet. Die Böden sind sauer und von mittlerer Bonität. In der Donau-Böhmerwald Region gibt es verschiedene Ausgangssubstrate: Silikatisches Grundgestein, seine Verwitterungsprodukte, die großflächig dem Gestein aufliegen oder auch durch eiszeitliches „Bodenfließen“ verlagert worden sind (meistgrusiges, sandiges bis lehmig-toniges Material); weiters punktuell tertiäre Sande und Schotter und schließlich quartäre Ablagerungen (in der Region Lehme und Sande). Entsprechend dem mitteleuropäischen, gemäßigten Klima beherrschen Verbraunungsprozesse die Bodenbildung. Es bildeten sich: Felsbraunerde, Lockersedimentbraunerden, sehr vereinzelt Parabraunerden (über Feinsediment), oft pseudovergleyte Braunerden (tonreiche Braunerdetypen unter fortgesetztem Oberflächenwassereinfluss), Pseudogleye und echte Gleye (beide über lehmigen bis tonigen,stauenden Substraten, letztere unter ständigem Grundwassereinfluss). Verschiedene Gleye bilden die Basis für Torfbildungen. Linear entlang der Bäche finden sich Auböden (Böden mit periodisch wiederholten Sedimentauflagerungen durch Überschwemmung), meist verbraunte Auböden. Bewachsene Felsen sind schließlich dem Bodentyp Ranker zuzuordnen.

Mit der Intensivierung des Pflanzenbaus und den gesteigerten Düngerabgaben kam das Problem der hohen Lagerbereitschaft des Schlägler Roggens immer mehr zum Tragen. Der Schlägler Roggen verlor mehr und mehr an Bedeutung im Intensivbetrieb und wurde in den extensiven landwirtschaftlichen Bereich abgedrängt. Der Umstand, dass das Nährstoffangebot nicht voll ausgeschöpft werden kann, ohne zu lagern und der somit extensive Anbau, rücken den Schlägler Roggen zunehmend in das Licht einer ertragsschwachen Sorte. Die Bedeutung des Schlägler Roggens ist aber „nicht im bescheidenen Lokalanbau zu sehen, sondern im Wert die er als genetische Ressource besitzt. (INFORM, Dr. Rudolf Schachl, Josef Körber und Wolfgang Kainz, 90 Jahre Schlägler Winterroggen).
 

Vegetation

Reich durch diverse Feldgehölze, besonders die regionstypischen Bühel gegliederte, hügelige Kulturlandschaft entstehen strukturarmen agrarischen Plateaus gegenüber. In den 1960er-Jahren bis etwa 1990 fanden fast flächendeckend Meliorationen der früherversauerten und versumpften Wiesengebiete, gebietsweise auch großflächig Kommassierungen(besonders südwestlich von Rohrbach) statt.

Die Donau-Böhmerwald Region ist überwiegend von intensiver Landwirtschaft geprägt, wobei Grünland und Feldfutterbau im Gegensatz zu früher den Feldfruchtbau übertreffen. Hauptsparte ist die Milchwirtschaft. Parallel zur Nutzungsintensivierung kommt es vor allem auf Grenzertragsstandorten zu Nutzungsaufgaben und Aufforstungen. Die für die

Region noch vor weniger Jahrzehnten so prägenden Extensivwiesenreste liegen nur noch zerstreut, vor allem als Feuchtwiesen (und deren Brachen) sowie als Trockenwiesen, vor.

Erstere befinden sich in Bachtälern, Senken und Hangmulden, zweitere auf Sonnhängen, wo früher oft Ackerbau betrieben wurde. Dazu kommen magere Böschungen, die sich unter zunehmender Weidenutzung auf steile Taleinhänge konzentrieren oder Stufenraine darstellen. Schließlich bilden sowohl Wiesensäume entlang von Grundgrenzen, als auch Weg- und Waldränder noch verbreitet Refugien für Lebensgemeinschaften magerer Standorte.
 

(Quelle: Natur und Landschaft –Leitbild Zentralmühlviertler Hochland und Südliche Böhmerwaldausläufer, Band 42 und Band 35, Amt der Oö.Landesregierung, Naturschutzabteilung)