Pöllauer Hirschbirne g.U. - Produkt

Fotocredit: ©TV Naturpark Pöllauer Tal
Hirschbirne
©TV Naturpark Pöllauer Tal
Die Pöllauer Hirschbirne g.U. gilt als steirischer Sämling. Die Abstammung dürfte von der Welschen Bratbirne erfolgt sein, da sich Baumform und Blattgestalt sehr ähnlich sind.

Obwohl im ganzen Lande sporadisch vorkommend, beherrscht sie schon seit Jahrhunderten das Bild des Pöllauer Tals, wo sie in geschlossenen großen Beständen gepflanzt wurde und neben der Grünen Mostbirne die Grundlage der Mostbirnenkultur bildete und heute noch bildet.
 

Hohe Lagen und hohes Alter

Die Hirschbirne ist jene Mostbirnsorte die in den höheren Lagen vorherrscht. Sie gedeiht am besten bei 450 bis 800 Meter Seehöhe, aber auch bis zu einer maximalen Seehöhe 1100 Meter. Dies ist einer der Gründe warum die Hirschbirne im Pöllauer Tal so häufig zu finden ist. Die großen weißen Hirschbirnblüten sind extrem frosthart. Mit den ersten Erträgen ist in ca. 10 Jahren nach der Pflanzung zu rechnen. Die höchsten Erträge liefert der Baum ab einem Alter von 20 Jahren. Ein Hirschbirnenbaum kann bis in das hohe Alter von 200 Jahren Früchte tragen.

Der Baum zeichnet sich durch einen kräftigen unregelmäßigen Wuchs aus. Die Krone erreicht die Größe einer Eichenkrone. Für den Laien ist die Hirschbirne schwer von den übrigen großwüchsigen Mostbirnen zu unterscheiden. Am ehesten ist die Frucht durch die braunrote Farbe sonnseitig und die braunen Rostpunkte, die über die ganze Frucht verteilt sind zu erkennen. Das Fruchtfleisch ist gelbweiß, relativ fest und sehr saftig, sodass die Ausbeute an Saft sehr hoch ist. Die Pflückreife erreicht die Hirschbirne Ende September bis Mitte Oktober, wobei die Genussreife von Oktober bis November erreicht wird.

Als besonders positive Eigenschaften können die Langlebigkeit des Baumes, die Unempfindlichkeit gegen Winter- und Frühjahresfröste, der sehr reiche Ertrag, die gute Transportfähigkeit und die Haltbarkeit der Frucht angeführt werden. Weiters ist diese Mostbirnsorte hervorragend für die Verarbeitung zu schmackhaftem Most, Saft, Edelbrand, Essig, Marmelade und Dörrobst geeignet.
 

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Fischer
wiederentdeckte Hirschbirne

Die wohl ursprünglichsten Produkte der Hirschbirne sind vergorener Most, Edelbrände und Kletzen (getrocknete Birnen). Mit der Wiederentdeckung der Hirschbirne gab es eine Weiterentwicklung und Ausweitung der Produktpalette. Heute wird die Hirschbirne in wesentlich größerer Menge zu Fruchtsaft und Dörrobst verarbeitet, früher überwog der vergorene Most. Einige Bauern erzeugen einen sortenreinen Hirschbirnenessig, welcher sich vor allem durch seinen einzigartigen Geschmack von den anderen Fruchtessigen unterscheidet. Marmeladen und Gelees vervollständigen die Liste der Hirschbirnenerzeugnisse aus Bauernhand. An einer Ausweitung der Produktpalette wird bereits gearbeitet.