Wildschönauer Krautingerrübe - Produkt

Ein Stück Bodenständigkeit

Fotocredit: GRÖ/Werner Krug
GenussRegion Wildschönauer Krautingerrübe: Korb voll Rüben
GRÖ/Werner Krug
Die Wildschönauer Krautingerrübe, eine weiße Stoppelrübe (Brassica rapa, ssp. Rapa), gehört zur botanischen Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Ihr Aussehen kann je nach Sorte etwas variieren, im Allgemeinen erscheint sie rundlich und platt. Der Rübenkopf mit einem Durchmesser von etwa 20 cm zeigt sich vorwiegend rötlich bis bläulich gefärbt, die Rübenunterseite erscheint weißlich. Die Bezeichnungen Mai- bzw. Herbstrübe weist auf den zweimaligen Anbau im Jahr hin, wobei die Krautingerrübe traditionell eine „Herbstrübe“ ist.

Die Auswahl der Rübensamen erfolgt sehr sorgfältig, wobei sie die meisten Bauern selbst vermehren und speziell auf kleinen Flächen noch händisch aussäen. Die Ernte der Krautingerrübe fällt in den Oktober, zumindest wenn sie als Herbstrübe angepflanzt wurde, ansonsten in den Juli. Nach der Ernte werden die Blätter entfernt, die Rüben sorgfältig gereinigt und danach weiterverarbeitet bzw. direkt von den Bauern, über Bauernmärkte oder auch im „Bauernladl“, vermarktet.
 

Kulinarische Rübe

Die Krautingerrübe schmeckt auch als Wildschönauer Rübensuppe, als Rübeneintopf mit Geselchtem oder als pikanter Rübenstrudel hervorragend. Aber auch zur Speckjause schmeckt die Wildschönauer Krautingerrübe als gehaltvolle und gesunde Rohkost.

Den Höhepunkt der Krautingersaison bildet die sogenannte Wildschönauer Krautingerwoche, welche alljährlich im Herbst rund um die Besonderheiten dieser Rübe veranstaltet werden. Mit kulinarischen Köstlichkeiten in der heimischen Gastronomie und dem abschließenden „Krautingerball“ mit der Prämierung des „Krautinger des Jahres“ findet der Kult um die besondere Rübe seinen krönenden Abschluss.
 

Die Wildschönauer und ihr Krautinger

Auf ganz besondere Art und Weise wird bis heute die kulinarhistorisch so verwurzelte Rübe in der Tiroler Wildschönau verwendet, nämlich zur Herstellung des „Krautinger“-Schnapses. Das Privileg, aus Rüben Schnaps zu brennen, verlieh Kaiserin Maria Theresia in ihrer Regierungszeit (1740–1780) den Bauern der Wildschönau, um ihnen einen Zuverdienst zu ermöglichen. Insgesamt 51 Bauern erteilte die Monarchin das Monopol, den vergorenen Saft der Stoppelrübe ausschließlich in der Wildschönau zu brennen.

Noch heute ist die Gemeinde Wildschönau zur Krautingererzeugung privilegiert, denn die Spirituose steht als Spezialität mit geschützter geografischer Angabe im Österreichischen Lebensmittelbuch. Dieses legt fest, dass nur jene Spirituose die Bezeichnung „Krautinger“ erhalten darf, dessen Rohstoff aus dem Bundesland Tirol stammt, wobei die Fertigstellung jedoch ausnahmslos in der Gemeinde Wildschönau erfolgt.
 
Die weiße Stoppelrübe, auch Wasserrübe genannt, wird im Sommer und Herbst geerntet, sauber gewaschen und anschließend zu Brei verkleinert. Die Maische wird auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Menge eingedickt, 48 Stunden mit (Hefe) angesetzt und schließlich gebrannt. Dabei ist höchste Qualität gefragt - anstatt elektrisch beheizter Brennkessel wird nur Buchenholz verwendet, und eingefleischte „Krautingerbrenner" verwenden anstatt industriell erzeugtem Saatgut seit Generationen nur Samenkörner aus eigener Produktion.