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GenussHelden Vorarlberg: GenussBauernhof Fritz - Zurück zum Ursprung

Fotocredit: Familie Fritz
GenussBauernhof im Riezlern mitten im Kleinwalsertal auf 1.088 Metern Seehöhe
Familie Fritz

Wer sich aktuell mit Milchbauern austauscht, erhält nicht selten den Eindruck, dass die Situation, in der sich die Milcherzeuger befinden, ziemlich aussichtslos ist. Denn viele Landwirte sehen sich in einem Teufelskreis aus sinkenden Milchpreisen und dem Zwang, immer effizienter zu produzieren, gefangen. Die Familie Fritz aus der GenussRegion Kleinwalsertaler Wild und Rind hat es mit ihrem GenussBauernhof geschafft, diesem Teufelskreis mithilfe unkonventioneller Methoden erfolgreich zu entkommen – zum Wohle von Tier und Mensch.



Der seit Generationen von der Familie Fritz geführte und im Jahre 2016 von der GENUSS REGION ÖSTERREICH zum GenussBauernhof ausgezeichnete Hof liegt im Örtchen Riezlern mitten im Kleinwalsertal auf 1.088 Metern Seehöhe. Als gemischter Rinder- und Ziegenbetrieb mit den Schwerpunkten Milcherzeugung und –Verarbeitung umfasst der Betrieb ca. 20 ha landwirtschaftliche Fläche und ca. 11 ha Forstwirtschaft.

Fotocredit: Familie Fritz
GenussBauernhof Fritz in Vorarlberg
Familie Fritz
Obwohl der Familienbetrieb seit jeher sehr ökologisch ausgerichtet ist, entschied Bernhard Fritz mit seiner Frau Stephanie im Jahre 2006, komplett auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Hintergrund war der Wunsch und das Ziel, eine Landwirtschaft zu betreiben, bei der das Tierwohl sowie der Umgang mit der Natur
und den lokalen Gegebenheiten oberste Priorität haben.

 

Mehr Wertschöpfung trotz geringerer Effizienz

Da bereits vor dieser Entscheidung sehr naturnah gewirtschaftet wurde, war die Umstellung gar nicht so schwer. Der wichtigste Punkt war hierbei sicherlich die Zurückzüchtung der Milchkühe auf die extensive Rasse Original Braunvieh. Familie Fritz reduzierte die Anzahl der Tiere, um jedem Tier mehr Platz bieten zu können und nahm auch eine Verringerung der Milchleistung pro Kuh in Kauf. Die Kühe verbringen den Winter im Laufstall und den Sommer auf der Weide beziehungsweise auf der Alp. Die Tiere fressen ausschließlich bestes Gras und Heu. Auf Silage wird bewusst verzichtet. Die Wiesen werden nur ein bis drei Mal pro Jahr gemäht und es werden weder Kunstdünger noch chemische Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt.

Die Kälber werden zudem täglich von ihren Müttern gesäugt, was die soziale und gesundheitliche Entwicklung maßgeblich fördert.

Wer nun denkt, Familie Fritz hätte dadurch finanzielle Einbußen zu verkraften, irrt, denn die Wertschöpfung konnte durch die höheren Preise, die für die Bio-Heumilch bezahlt werden, sogar leicht gesteigert werden. Zudem hat sich die Lebensqualität für Tier und Mensch stark verbessert, da der Leistungsdruck spürbar abgenommen hat.

Am Hof der Familie Fritz leben 10 Kühe, 10 Stück Jungvieh, 5 Kälber, ca. 10 Milchziegen, 12 bis 15 Ziegenkitze und 20 Hühner.

Eigenvermarktung als Schlüssel

Fotocredit: Familie Fritz
Im eigenen Hofladen wird auf höchste Qualität wertgelegt
Familie Fritz
Ein weiterer Faktor auf dem Weg hin zu mehr Unabhängigkeit war sicherlich die Eröffnung des eigenen Hofladens „Xond“ samt eigener Hofsennerei. Hier werden etwa 50% der pro Jahr etwa 50.000 kg erzeugten Bio-Heumilch zu Trinkmilch, Joghurt, Quark sowie verschiedenen Frisch- und Hartkäsen verarbeitet und direkt ab Hof vermarktet. Die restliche Milch geht an die Molkerei. Auch die etwa 5.500 Bio-Eier der eignen Hühner sowie Fleisch und Wurstwaren aus eigener Herstellung werden hier verkauft. Zudem werden im Hofladen Walserstolz Bergkäse der Biosennerei Marul im Großwalsertal, Weichkäse der Biokäserei Zurwies in Wangen im Allgäu sowie Nudeln und Mehl vom Martinshof in Buch angeboten.

Für Bernhard Fritz liegt die größte Herausforderung der Zukunft darin, die Landwirtschaft in exponierten Bergregionen wie dem Kleinwalsertal, wo aufgrund der Gegebenheiten nur geringe Mengen produziert werden können, vom globalisierten Agro-Business abzukoppeln, um überlebensfähig zu sein.

Fotocredit: Familie Fritz
In der eigenen Hofsennerei wird die Bio-Heumilch zu Trinkmilch, Joghurt, Quark sowie verschiedenen Frisch- und Hartkäsen verarbeitet
Familie Fritz
„Wir müssen angesichts der Höhenlage, der enormen Artenvielfalt, dem guten Bergwasser und dem einzigartigen Klima mit Kälte, Hitze, Sonne, Sturm, Schnee und Regen einen eigenen Weg finden und nicht Arbeitsabläufe und Produktionsmethoden aus anderen Teilen der Welt zu uns holen“, ist sich Bernhard Fritz sicher und fügt hinzu: „Es muss gelingen, unsere Erzeugnisse zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten, zu veredeln und diese Spezialitäten dann bestmöglich zu vermarkten“.

Die Geschichte und Vision der Familie Fritz zeigen eindrucksvoll, dass die Situation gar nicht so aussichtslos ist, wie es oftmals scheint.

Weitere Bilder

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Herrliche Weiden für die Tiere des GenussBauernhof Fritz
Familie Fritz
Fotocredit: Familie Fritz
GenussBauernhof Fritz aus der GenussRegion Kleinwalsertaler Wild und Rind
Familie Fritz