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Weltbauerntag - Landwirte mit Überzeugung und Verantwortung

Fotocredit: GRÖ/Werner Krug
GenussRegion Nockberge Almrind: Kuh auf der Weide
GRÖ/Werner Krug

Zum Weltbauerntag am 1. Juni möchten wir den Blick auf den Beruf des Landwirtes lenken und zeigen, was die Bauern der GENUSS REGION ÖSTERREICH jeden Tag leisten, damit wir Gemüse, Obst, Fleisch, Wurst und Milchprodukte in höchster Qualität genießen können. Was sind die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für die Landwirtschaft und können diese eventuell gar Chancen für die Betriebe sein?

Ein Leben im Takt, den die Natur vorgibt - das zeichnet den Alltag eines Landwirtes auch heute noch aus. Klar, Agrarmaschinen haben die Arbeit der Bauern im Laufe der Zeit verändert und in vielen Bereichen auch erleichtert. Insbesondere in Bergregionen, wo der Einsatz von Maschinen nur bedingt möglich ist, erfolgen viele Arbeitsschritte auch heute noch in knallharter, traditioneller Handarbeit wie vor Jahrhunderten.

Die aktuelle Debatte rund um die Milchpreise zeigt einmal mehr, unter welch wirtschaftlichem Druck Landwirte angesichts des globalisierteren Agrar-Business heute stehen. Viele Bauern sehen sich genötigt, immer mehr zu produzieren, um die sehr niedrigen Marktpreise, die sie häufig für ihre Produkte erzielen und die - beispielsweise in der Milchwirtschaft - oft noch nicht einmal die Produktionskosten decken, zu kompensieren. Hier entsteht ein Teufelskreis, der Landwirte weltweit häufig zum Einsatz von Kunstdünger, Chemikalien und gentechnisch „optimierten“ Sorten und Arten zwingt.

Doch es geht auch anders. Immer mehr Verbraucher beginnen umzudenken und begreifen, dass sie es sind, die am „längeren Hebel“ sitzen und mit ihrem Konsumverhalten Veränderung bewirken können. Hinzu kommt  - angesichts immer haarsträubenderer Lebensmittelskandale - der Trend hin zu bewusster und gesunder Ernährung. Hier können Landwirte ansetzen und sich mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln von der breiten Masse absetzen und einen wesentlich besseren Preis am Markt erzielen. Eine noch bessere Wertschöpfung bieten die eigene Veredelung ihrer Produkte sowie die Direktvermarktung - beispielsweise mithilfe eines Hofladens. In Österreich haben bereits viele Landwirte diese Chance erkannt und sich erfolgreich positioniert - sei es mit Bio-Obst und -Gemüse, selbst erzeugtem Käse oder auch Kosmetik- und Körperpflegeprodukten aus Molke. Von dieser Entwicklung profitiert nicht nur der Landwirt, sondern auch die Verbraucher, die Natur und die Tiere.

Fotocredit: GRÖ/Laresser
Obst und Gemüse von unseren Bauern
GRÖ/Laresser
Die GENUSS REGION ÖSTERREICH, die als Marke für beste Qualität und regionale Herkunft steht, leistet hier einen wichtigen Beitrag, denn sie macht die regionalen landwirtschaftlichen Produkte und Spezialitäten sichtbar und hilft so auch kleinstrukturierten Betrieben ihre Produkte zu vermarkten. Durch die Verknüpfung der Lebensmittel mit ihrem regionalen Ursprung und der Produktionsweise wird der Zusammenhang zwischen Kulturlandschaft und Lebensmittelproduktion transparent gemacht. Mit der etablierten und geschätzten kulinarischen Top-Marke GENUSS REGION ÖSTERREICH im Rücken, werden die Landwirte, aber auch die Verarbeiter, der Handel und die Gastronomen nachhaltig gestärkt.

Ein tolles Beispiel für einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb, der die Zeichen der Zeit erkannt und sein Angebot entsprechend gestaltet hat, ist der GenussBauernhof Fürstenhof in der Salzburger Gemeinde Kuchl. Hier wird seit 1993 kontrolliert biologisch produziert, obwohl Bio am Hof bereits seit jeher Standard ist. Mit der Übernahme des Betriebs durch die neue Generation im Jahr 2000 begann jedoch eine völlig neue Ära, denn Niki Rettenbacher und seine Frau Maria fingen damals an, die Milch der Kühe selbst zu verarbeiten. Hintergründe dieses Entschlusses waren anfänglich einerseits das wachsende Bedürfnis der Konsumenten, zu wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und andererseits betriebswirtschaftliche Aspekte, denn gerade in Zeiten, in denen saisonbedingt wenig Arbeit anfiel, konnten die Mitarbeiter so anderweitig beschäftigt werden.

Heute bietet der Hof, der seit 2013 die Auszeichnung GenussBauernhof trägt und fünf Mitarbeiter ganzjährig beschäftigt, ein breites Produktsortiment an. Neben verschiedenen Käsesorten entstehen hier edle Pestos, Chutneys, Marmeladen, Salze, Öle, Essige sowie Bio-Kosmetikartikel, die unter anderem im eigenen Hofladen vertrieben werden. In der hofeigenen Schaukäserei erfahren Reisegruppen und Schulklassen, worauf es bei der Käseherstellung ankommt und können auch selbst Hand anlegen und ihren eigenen Käse herstellen.

Niki Rettenbacher,
Fotocredit: www.fuerstenhof.co.at
Hofladen Fürstenhof
www.fuerstenhof.co.at
der unter anderem auch mit Freunden ein sozial-karitatives Projekt in Indien untertützt, sieht in der Veredlung und Direktvermarktung eine große Chance für kleinstrukturierte Höfe, sich vom globalisierten Agrar-Business mit verheerenden Folgen für Mensch, Tier und Natur zu emanzipieren. Wichtig ist ihm jedoch auch, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es unser Lebensstil und Konsumverhalten sind, die maßgeblich zu der Entwicklung beitragen. „Hinzu kommt, dass das hohe Niveau, auf dem hierzulande Landwirtschaft betrieben wird, häufig nur durch massive Förderungen möglich ist und dadurch auch eine Marktverzerrung stattfindet. Mir ist es wichtig, an unserem Hof Strukturen zu schaffen, die nachhaltig - also auch ohne Förderungen - funktionieren“, so Rettenbacher und fügt hinzu: „Wenn es gelingt, die Bürokratie rund um die Landwirtschaft nicht ausufern zu lassen und das Greenwashing großer Konzerne, die alles andere als biologisch produzieren, zu unterbinden, räume ich kleinstrukturierten Betrieben gute Zukunftschancen ein.“

Der Weltbauerntag wurde 2000 in enger Verbindung mit der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover erstmals ausgerichtet und ab 2002 von der UNO bzw. der UNESCO ausgerufen. Es freut uns, dass den Landwirten mit diesem „Feiertag“ offiziell Wertschätzung für ihre wichtige Arbeit entgegengebracht wird. Wenn man bedenkt, was die Bauern täglich - und zwar an 365 Tagen im Jahr - leisten, könnten wir uns jedoch auch öfter daran erinnern, wie wichtig sie nicht nur für unsere hochwertigen Lebensmittel, sondern auch für den Erhalt unserer Kulturlandschaft und vieler Arbeitsplätze in den einzelnen GenussRegionen sind.