Wiesener Ananas Erdbeeren - Produkt

Fotocredit: shutterstock
Vollreife Erdbeeren
shutterstock
Ananas-Erdbeeren aus Wiesen

Die Erdbeere gehört zur Familie der Rosengewächse und ist über die ganze gemäßigte Klima-Zone der Erde verbreitet. Neben der heimischen Wald-und Monatserdbeere ist vor allem die Gartenerdbeere (Fragaria ananassa) bedeutsam. Diese ist aus den amerikanischen Formen der Fagaria virginiana und der Fragaria chiloensis hervorgegangen und wurde schon im Altertum erwähnt. Aber erst im 18. Jahrhundert gelang z.B. in Holland die Züchtung der Ananas-Erdbeere, wie sie heute bekannt ist. Sie entstand durch Kreuzung der nordamerikanischen Scharlach-Erdbeere mit der südamerikanischen Chile-Erdbeere.
Um das Jahr 1870 gelangten die ersten Pflanzen der Ananas-Erdbeere (= Gartenerdbeere = Fragaria ananassa) über Deutschland durch Hans Wolf und Hans Eckhardt nach Wiesen. In den Folgejahren kümmerten sich lt. Gemeindechronik mehrere Mitbürger um die Pflege und Sortenwahl der „Königin der Beeren“.
 
Unter Johann Fliegler-Földes (er war VS-Direktor) kam es 1912 zur Errichtung einer staatlichen Erdbeerversuchsanstalt in der Ortsmitte von Wiesen. Sie umfasste eine Gesamtgröße von über 1 ha und war überwiegend mit Ananaserdbeeren bepflanzt.  Ihre Aufgabe war es, neue Ananassorten zu erproben und zu akklimatisieren. Jährlich wurden zwischen 20.000 und 200.000 Pflanzen abgegeben. 1922 führten jedoch die Verhandlungen zwischen Johann Földes und der Bgld. Landesregierung zum Abbruch.
Erst im Jahr 1951 ließ die Bgld. Landwirtschaftskammer wieder ein Versuchsfeld für die Ananaskultur in Wiesen anlegen. Lt. Ortschronik war die Erprobung von Neuzüchtungen, die Durchführung exakter Düngerversuche, die Schädlingsbekämpfung und die Ermittlung der günstigsten Pflanzweite unter Berücksichtigung des Einsatzes arbeitssparender Bodenbearbeitungsgeräte der Zweck des Versuchsfeldes auf der „Ried Ochsenschuh“. Der Versuch wurde 1954 erfolgreich abgeschlossen.
 
Heute werden folgende Sorten am häufigsten in Wiesen angebaut: Dasileg, Cery und Valetta (Angaben: Ernst Habeler). Die Vermarktung erfolgt in ganz Österreich, aber auch direkt am Feldrand werden die Früchte an Obststandln verkauft. 
 
Sommerpflanzung (Jungpflanzen) erfolgt im Juli/August; im Frühjahr muss das Unkraut gejätet werden, während der Blütezeit wird Stroh eingestreut (verhindert Verschmutzung der Beere). Die Ernte beginnt Ende Mai und dauert den ganzen Juni an. Danach müssen Ranken (abspindeln) und auch das Stroh wieder entfernt werden. (Nur wenn man Jungpflanzen gewinnen will, belässt man die Ranken, sie schwächen den Mutterstock.) Von November bis März ist die Arbeit auf dem Feld eingestellt. 
 
Das beliebte Obst mit dem feinen Aroma wird sowohl frisch nach der Ernte als auch verarbeitet (Saft, Marmelade…) genossen. Es enthält reichlich Vitamin C, Mineralsalze, Eisen, Kalium, Magnesium. Wichtige Spurenelemente und Enzyme können den Vitalstoffmangel heutiger Zivilisationskost ausgleichen.
Frische (rohe) Erdbeeren eignen sich zur blutreinigenden Frühjahrskur; unterstützen Therapien bei Nieren-und Blasenleiden, bei Nervenschwäche und Kreislaufstörungen. Überraschende Erfolge gab es auch bei Gelenksrheumatismus, Gicht und verschiedenen Herzleiden.
Blüten und Blätter der (ungespritzten) Gartenerdbeere wirken als Tee gegen Entzündungen.
Manche Menschen reagieren überempfindlich – mit Hautausschlägen - auf den Genuss von Erdbeeren.
 
In Wiesen wird traditionell im Juni der Ananaskirtag gefeiert, bei dem ein Mädchen aus der Gemeinde zur Ananaskönigin gewählt wird.